Lieblingspredigten (3): Timothy Kellers Google-Talk

Als Timothy Keller 1989 seine Gemeinde in New York gründete, kamen zum Anfang 30 neubekehrte Christen in den Gottesdienst, die meisten davon Singles. Sie brachten ihre Freunde mit und so stand Timothy Keller sonntagmorgens vor 50-60 Neubekehrten und Atheisten. Er überlegte, wie er das angehen soll. Wie gestaltet er eine Predigt, wenn die Hälfte der Zuhörer Christen und die andere Hälfte Nichtchristen sind? Er könnte “seeker-friendly” predigen: auf ihre Probleme eingehen, sozusagen ein praktischer Vortrag, nicht zu viel Theologie, und auf Jesus erst am Schluss der Predigt richtig eingehen. Diesen Weg verwarf er von Anfang an.

Auf der anderen Seite könnte er die Predigt “aus der Bibel heraus” machen, Vers-für-Vers, dabei nicht mit Theologie sparen. Doch das würde Nichtchristen zu sehr ausser acht lassen.

Er entschied sich für eine Art Mittelweg: bibelzentrierte Predigt, aber mit Einschüben wie “ich weiss, viele von euch denken nun…” und “ihr müsst beachten…”. So würde sich auch ein Nichtchrist bei ihm wohlfühlen, würde merken, dass er sich mit ihm beschäftigt und nicht bloss zu Eingeweihten spricht. Er entschied sich dafür, dass er Verständnis zeigen will mit Nichtchristen. Ihnen die Bibel zugänglich machen. Sie zu überzeugen.

So fing er seine Gemeinde an. Atheisten wurden bei seinen Predigten gedanklich angeregt. Nach nach der Predigt bot er eine Zeit für “Fragen und Antworten” an. Kam jemand regelmässig zu dieser Zeit, dann bot er ihm einen Kurs an über die Glaubhaftigkeit des Christentums. Und, nachdem sie Christen geworden sind, bot er ihnen einen Kurs über “Basis des christlichen Glaubens an. Das Resultat? Innerhalb von vier Jahren wurden 200-300 der Gottesdienstbesucher Christen.

Was mir an Timothy Keller gefällt

Timothy Keller kommt aus der wissenschaftlichen Ecke. Er schaffte es, im säkulären New York eine Gemeinde zu gründen, welche die Fragen des durchschnittlichen New Yorkers beantwortet. Und diese sind wissenschaftlich geprägt: Er behandelt Themen wie “wie passt Evolution und Schöpfung zusammen?” oder “es gibt viele Religionen, wieso soll gerade das Christentum wahr sein?” oder “haben wir mit unserer Technologie Gott nicht überflüssig gemacht?”. Seine Antworten kommen aus vielen ehrlichen Diskussionen mit Nichtchristen. Er hat ihre Argumente angehört und hat sie verstanden. Und er hat darauf gute Antworten gefunden.

Zur Predigt

Nun, was ich von Timothy Keller ausgewählt habe, ist keine Predigt, sondern ein Talk bei Google. Durch Umstände, die mir leider nicht bekannt sind, landete er einen Talk bei Google.

Google. Die Hochburg der Intellektualität. Alles Nerds. Leute mit Uni-Abschluss. Ich kann mich sehr gut mit dieser Kultur und ihre Art zu denken identifizieren. Ich hatte mich vor Jahren bei Google beworben, die Stelle leider aber nicht bekommen. Es scheint mir, als würde Keller in meine Situation hineinsprechen. Seine Gedanken sind für mich sehr relevant, denn sie beantworten auch meine Fragen.

Sein Talk bei Google war apologetisch. Er zeigte, wieso es vernünftig ist, an Gott zu glauben. Und er machte das so meisterlich, dass klar wird: wenn jemand das Christentum einem Atheisten nahe bringen kann, dann ist es Timothy Keller

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