Minimalismus mit Kindern (2) - der missglückte Anfang

Nach gut einem Jahr Minimalismus dachten meine Frau und ich, die Kinder (10 und 7 Jahre) wären ebenfalls bereit, Dinge wegzugeben.

Wir fingen mit Playmobil an. Im grössten Zimmer leerten wir alle Playmobil-Teile auf den Boden und erklärten ihnen: “Alles was ihr behalten wollt, legt ihr in diese Kisten”. Neh, sagten sie: “Wir machen es umgekehrt, alles was wegkommt, legen wir in die Kisten!”. Ok, das geht auch.

Nach einer halben Stunde befanden sich drei winzig kleine Playmobil-Teile in der Kiste. Sie hatten schlicht keinen Grund, Playmobil wegzugeben. Wofür auch? Was wir erlebt haben beim Minimieren ist bei ihnen nicht angekommen. Ihnen fehlte die Freude vom Weggeben. Sie sahen nicht ein, dass sie mit Weniger einfacher Ordnung halten können. Dass ihnen zu viel Besitz die Beziehung zu Jesus stört, haben sie auch noch nicht erfahren. Sie starrten stumm die Unmengen Playmobil auf dem Boden an. Ich drängte sie, mehr in die Kisten zu tun. Meine Tochter fing an zu weinen. Dann brachen wir ab.

Unsere Folgerung war: Unsere Kinder verstehen Minimalismus noch nicht. Darum wäre es das Beste, wenn wir ihnen die Entscheidung am Anfang abnehmen. Mit der Zeit werden sie die Vorteile sehen und sie würden dann selbstständig Dinge weggeben.

Wir gingen durch ihre alten Spielsachen durch. Dinge, mit denen sie lange nicht mehr spielten, gaben wir weg, ohne ihnen etwas zu sagen. Aber sie merkten es trotzdem und fragten uns, wieso wir ihre Spielsachen weggeben. Wir mussten eingestehen, dass das nicht recht war. Es waren ihre Spielsachen und ohne ihre Zustimmung können wir ihren Besitz nicht weggeben.

Meine Frau machte mit ihnen einen “Vertrag” mit dem Versprechen, dass wir nicht mehr ohne ihr Einverständnis Spielsachen weggeben würden. Unser erster Versuch war gescheitert. Die Kinder waren weit davon entfernt, die Vorteile vom Weggeben zu verstehen. Zudem schwand das Vertrauen in uns als Eltern. Sie misstrauten uns, dachten, dass wir blind Dinge weggeben und es uns dann am Nötigen im Leben fehlt.

Wieso schreibe ich das auf? Weil wir an diesem Ort einen Fehler begangen haben, den wir anderen Familien gerne ersparen würden. Kinder brauchen Zeit. Minimieren ist sowas von “gegen den Strom”, da braucht es viel Erklärung, Vorzeigen, Geduld und dann auch eine passende Gelegenheit. Und die kam, aber mehr dazu im nächsten Beitrag!

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